Windkraft im Wald: Gemeinderat beschließt Planung – Bürger bleiben außen vor
Vielbach, 29. Mai 2026
Der Gemeinderat Vielbach hat am Abend des 29.05.2026 die Aufstellung
eines Bebauungsplans für ein Sondergebiet Windenergie beschlossen und
damit den Weg für die Errichtung von zwei Windenergieanlagen im
Waldgebiet weiter geöffnet.
Die Entscheidung fiel trotz erheblicher Vorbehalte zahlreicher
Bürgerinnen und Bürger, die zur Ratssitzung erschienen waren. Rund 60
Menschen verfolgten die Sitzung vor Ort. Viele von ihnen wollten ihre
Sorgen hinsichtlich Natur-, Wald- und Landschaftsschutz zum Ausdruck
bringen.
Nach Wahrnehmung mehrerer Anwesender bestand jedoch keine Möglichkeit,
Fragen zum Vorhaben zu stellen oder offene Punkte öffentlich zu
diskutieren. Gerade bei einem Projekt mit weitreichenden Folgen für
Waldflächen und das Landschaftsbild stößt dies auf Unverständnis.
Keine Bürgerbefragung gewünscht
Ortsbürgermeister Ulrich Schneider machte deutlich, dass er keine
Notwendigkeit für eine zusätzliche Bürgerbefragung sehe. Als Begründung
verwies er darauf, dass von Seiten der Bürgerinitiative Erhaltet unsere
Natur und Wälder bereits ein Bürgerentscheid angekündigt worden sei.
Eine weitere Befragung halte er daher nicht für erforderlich.
Für viele Bürger wirft diese Argumentation Fragen auf. Statt selbst den
Dialog mit der Bevölkerung zu suchen und eine frühzeitige Beteiligung zu
ermöglichen, scheint die Verantwortung für die Einbindung der Bürger auf
die Bürgerinitiative verlagert zu werden. Kritiker sprechen von einem
absolut bedenklichen Signal: Nicht die Gemeinde schafft zusätzliche
Beteiligungsmöglichkeiten, sondern engagierte Bürger müssen diese erst
auf den Weg bringen.
Für viele Bürger ist klar, dass eine frühzeitige Einbindung der
Bevölkerung nicht gewünscht ist. Dabei betrifft die Entscheidung die
gesamte Dorfgemeinschaft und kommende Generationen.
Geheime Abstimmung sorgt für Irritationen
Der Beschluss wurde mit 9 Ja-Stimmen bei 1 Gegenstimme gefasst.
Für Diskussionen sorgte insbesondere die Durchführung einer geheimen
Abstimmung. Nach Angaben aus der Sitzung waren die entsprechenden
Wahlunterlagen bereits vorbereitet. Die geheime Abstimmung wurde mit
Sicherheitsbedenken begründet.
Unabhängig davon stellt sich für viele Bürger die Frage, warum eine
Entscheidung von solcher Tragweite nicht offen und transparent durch
namentliche Abstimmung getroffen wurde.
Der Konflikt ist nicht beendet
Die heutige Abstimmung markiert keinen gesellschaftlichen Konsens,
sondern zeigt vielmehr die tiefe Spaltung, die das Projekt bereits jetzt
in Vielbach auslöst.
Während die Befürworter den Ausbau der Windenergie vorantreiben wollen,
sehen zahlreiche Bürger die Gefahr einer fortschreitenden
Industrialisierung des Waldes und eines dauerhaften Eingriffs in Natur,
Landschaftsbild und Naherholungsraum.
Die angekündigten demokratischen Instrumente der Bürgerinitiative zur
Bürgerbeteiligung werden nun entscheidend sein. Viele Einwohner
erwarten, dass die Bevölkerung bei einer derart weitreichenden
Entscheidung letztlich selbst das Wort erhält.



